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Sonntag, 8. Februar 2009

Persönlichkeitstheorien VI

Die Kognitivistischen

Mit der Kognitiven Wende, die die Abkehr vom klassischen Behaviorismus bedeutet hat, wurden auch wieder nicht beobachtbare Konstrukte in die Theorien miteinbezogen.

Witkin
Feldabhängigkeitstheorie

Witkin untersuchte Menschen darauf, inwiefern sie sich auf visuelle im Verhältnis zu vestibulären Informationen verließen. Er stufte sie dementsprechend ein als entweder "Feldabhängig" oder "Feldunabhängig" (weniger auf verstibulären/somethetischen Kontext verlassend).
Es gibt verschiedene recht aufwendige Tests um herauszufinden, pb eine Person Feldabhängig oder Feldunabhängig ist, und einen weniger aufwendigen test, in dem der Proband eine einfache Figur erkennen muss, die in einer komplexeren Figur versteckt ist.
Nach Witkin haben Feldunabhängige Menschen ein differentierteres Körperbild, ein Besseres Körperschema, und eine differentiertere, reifere Persönlichkeit als Feldabhängige.
Im Wechsler Intelligenztest schneiden Feldabhängige in Sprachlichen Aufgaben und beim Allgemeinwissen besser ab, Feldunabhängige beim Figuren legen, beim Ergänzen, und bei Mosaik Aufgaben.

Ich finde diese Theorie wenig aussagekräftig, es kann sein, dass manche Menschen sich weniger unabhängig von ihrem Gleichgewichtssinn orienteiren, und dass sie deshlab schneller Reise- und Seekrank werden, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man die Persöblichkeit eines Menschen hieraus ableiten kann. Außerdem finde ich Theorien, bei denen die eine Hälfte der Menschen deutlich besser wegkommt als die andere auch immer schon ein wenig suspekt... denn die formulierung "differentiertere und reifere Persönlichkeit" ist finde ich nicht wirklich wertfrei.

Persönlichkeitstheorien V

Byrne
Das R-S Konstrukt

Diese etwas kompliziertere Persönlichkeitstheorie von Byrne basiert auf den Abwehrmechanismen, die schon bei der Tiefenpsychologie aufgekommen sind.

Byrne fand heraus, dass Menschen unterschiedlich auf Angstbesetzte Stimuli reagieren - wenn man Probanden bittet, zu einem gegebenen Wort ein Assoziiertes zu finden, brauchen manche bei Angstbesetzten länger, manche sind bei Angstbesetzten Wörtern langsamer. Dieses Phänomen nennt man Perceptual defense (längere Reaktionszeit) und perceptual vigilance (kürzere Reaktionszeit).

Byrne postulierte, dass der Grund dafür sei, dass diese beiden "Typen" von Menschen unterschiedliche Abwehrmechanismen benutzen. Er nannte die Menschen, die zu Persceptual defense neiden Repressor, und die anderen Sensitizer.
Abwehrmechanismen der Represser: Verdrängung Verleugnung Verschiebung Sublimierung Identifikation Reaktionsbildung Rationalisieren Psychosomatische Symptome
Abwehrmechanismen der Sensitizer: Depression, SVV, Isolierung, Intellektualisierung, Kompensation, Projektion, Fantasien und Tagträume, Zwangsneurotische Symptome

Represser und Sensitizer sind die extreme einer Skala (bipolare Typen).

Byrne schrib Repressern und Sensitizern unterschiedliche Eigenschaften zu:
Eigenschaften der Represser: Gehen weniger zum Arzt, stellen sich positiv dar in Selbstbeschreibungen, leugnen eigene Schwächen und Fehler, beschreiben sich als gut gelaunt und gesund, Angst ist Leistungssteigernd, Geringe Selbstideal-Selbst Diskrepanz, etc.
Eigenschaften der Sensitizer: Gehen häufiger zum Arzt, geben eigene Schwächen zu, geben differenzierte Selbst- und Fremdbeschreibungen, große Selbstideal-Selbst Diskrepanz, Angst wirkt Leistungsmindernd, etc.

Im Fragebogen (Minnesota Multiphasic Personality Inventory) haben Sensitizer hohe Manifeste Angst und Psychastenie-Werte,
Sensitizer haben hohe Soziale Erwünschtheits- und Hysterie-Scores

Seltsamerweise haben aber Repressor eine höhere physiologische Reaktion bei Angst. Byrne erklärt das damit, dass diese Angst es ja erst ist, die die Abwehrmechanismen aktiviert.

Warum sagt man dann nicht einfach: Represser sind weniger Ängstlich als Sensitizer? So kann man es ja schließlich auch messen! Naja, Rotter hat ja auf der Grundlage von Abwehrmechanismen, und vor allem auf unterschiedlichen Wahrnehmungsleistungen bei angstbesetzten Reizen argumentiert.
Am besten könnte man Represser und Sesitizer wahrscheinlich durch Soziale Erwünschtheit und Angst beschreiben, nicht aber nur mit der Dimension Angst.

Da es kaum eine Persönlichkeitstheorie gibt, in der es soviel Auswendig zu lernen gibt, würde ich diese hier mal zu meinen wenigsten gemochten Theorie zählen... allerdings finde ich sie nichts desto trotz intressant.
Sie gehört für mich aber auch in die KAtegorie Theorien, die nicht alles abzudecken versucht, was eine Person ausmacht, sondern die nur einen Aspekt der Persönlichkeit aufgreift. Sie ist also nicht so umfassend wie zum Beispiel die Theorie von Eysenck...

Persönlichkeitstheorien IV

Die Behavioristen

Der Behaviorismus beschäftigt sich nur mit dem objektiv erfassbaren, Kostrukte wie "Denken" oder Emotionen werden hier abgelehnt.
Der Organismus wird als Black Box gesehen, da man die in ihm ablaufenden Prozesse nicht beobachten und beschreiben kann.
Wichtig sind für die Behavioristen vor allem Tiermodelle.
Verhalten ist nach dieser Auffassung bis auf einige wenige angeborene Reflexe und zufälliges Verhalten erlernt, interindividuelle Unterschiede kommen durch unterschiedliche Lernerfahrungen zu stande.
Das Klassische und das Operante Konditionieren sind daher zentral.


Bandura
Das Beobachtungslernen

Bandura versucht in seiner Theorie zu erklären, wie das Phänomen des Beobachtungslernens funktioniert.

Bandura stützte seine Theorie vor allem auf seine Bobo Doll Studie(n). Dabei wurde Kindern gezeigt, wie ein Erwachsener eine Puppe aggressiv behandelte. Die Kinder wurden danach in einen Raum mit Spielzeug geführt, in dem sich unter anderem diese Puppe befand.
Ergebnisse: Am meisten Nachgeahmt wurde ein Modell des eigenen Geschlechts. Vor allem reale Modelle wurden nachgeahmt, danach Filmmodelle und schließlich Cartoonmodelle. Jungs zeigten mehr Aggressives Verhalten als Mädchen. Und das Verhalten des Modells wurde vor allem Nachgeahmt, wenn das Modell am Ende für sein Verhalten belohnt wurde. Wenn es bestraft wurde, wurde viel weniger nachgeahmt (vor allem bei den Mädchen war dieser Unterschied signifikant).
Wenn den Kindern jedoch eine Belohnung angeboten wurde, wenn sie das Verhalten immitierten, immiterten auch die Kinder, die die Bestrafung des Modells gesehen hatten. Bandura nahm deshalb an, dass es zwei Hauptphasen des Beobachtungslernen gibt, die sich wiederum in je zwei Unterphasen gliedern lassen:

Aquisitions (Aneignungs-) phase:
1. Aufmerksamkeitsprozesse
2. Gedächtnisprozesse
Performanz (Verhalten Zeigen):
3.Motorische Prozesse
4.Motivationale Prozesse

Neben dem beschirbenen Reproduktionseffekt (Zeigen von vorher unbekanntem Verhalten), waren in der Studie aber außerdem Hemmungs/Enthemmungseffekte (Bestrafung/Belohnung im Film führte zu weniger/mehr Zeigen von schon bekanntem Verhalten), und Auslösereffekte (mehr zeigen von Verhalten, dass in die gleiche Klasse wie das beobachtete gehört).

Auch bei Erwachsenen ist Beobachtungslernen wichtig, zum Besipiel in der Werbung.
Durch Beobachtungslernen (Mit-)verursachte Verhaltensweisen: Konsumverhalten, Aggressivität, Sprachliche Entwicklung, Kognitive Entwicklung, Phobien, Moralentwicklung, Suizid u.a.

Persönlichkeitstheorien III

Die Interaktionisten

Interaktionismus ist eine synthese aus Dispositionismus (alles schon vorgegeben) und Situationismus (alles spontan, von der Situation abhängig)

Murray

Sieht die Persönlichkeit als das, was die regnanten (vorherrschenden) Prozesse im Gehirn organisiert.
Er nimmt zwei Konstrukte an, die für ihn das Verhalten von Personen beschreiben: Die Needs, und die Presses
Needs: Kraft im Gehirn, Bedürfnisse einer Person. Physiologisch (Mangel ausgleichen, Schmerz Vermeiden, Überschuss abbauen) oder Psychologisch (Aggression, Dominanz, Sex, Spiel)
Die Needs können internal oder external geweckt werden, und organisieren dann Psychische Prozesse, sie führen zu sogenannten Actones (Verbones oder Motones), also Verhaltensmustern
Die Needs können latent oder manifest, reaktiv oder preoaktiv, Effektbedürfnisse (Auf ein Ziel hin) oder Modale Bedürfnisse (Befriedigung schon während des Ausführens) sein
Needs interagieren miteinander - Prepotency (Hierarchische Ordnung der Needs), Konflikt, Fusion, Subsidiation (stellvertretende Befriedigung)
Presses: Umweldruck von Außen. Der Umweltdruck einer Sache ist das Ausmaß in dem die Sache Einfluss auf das Befinden des Individuums hat (geht in beide Seiten, also positiv und negativ).
Beispiele: Aggression, Leistungsdruck
Needs und Presses interagieren, und sind sich manchmal gar nicht so unähnlich

Needs erfassen: Durch Interviews, Gedächtnis und Fähigkeitsbestimmung, Persönlichkeitstest, der interaktion von Needs und Presses ("Thema") erfasst: Personality Research Form, Projektive Tests (Vor allem Thematic Apperception Test, in dem der Proband eine möglichst spannende Geschichte zu einem Bild erzählen soll. Ausgewertet wird diese nach darin enthaltenen Themen)

Auch Murray postuliert ein Ich, ein Es und ein Überich. Das Es ist hier aber sitz aller angeborenen Triebe, aber zusätzlich auch Gesellschaftlich Erwünschter Aspekte, Konflikte zwischen Es und Überich sind also nicht unausweichlich


Maslow

Maslow ist Humanist, er geht davon aus, dass der Mensch ein integriertes Ganzes ist, dass Tierforschung für die Psychologie nutzlos ist, dass der Mensch im Grunde gut oder zumindest neutral ist, und kreatives Potential besitzt

Auch er geht davon aus, dass Menschen durch ihre Needs gekennzeichnet sind. Er glaubt, dass diese in einer bestimmten Herarchie angeordnet sind:

Physiologische > Safety > Belongingness and Love > Esteem > Self Actualisation

Alle außer Self Actualisation nennt er Defizitmotive. Wenn sie nicht genügend erfüllt sind, wird der Mensch krank, wenn sie erfüllt sind, wird Krankheit vorgebeugt.
Self Actualisation ist ein sogenanntes Beta- oder auch Wachstumsmotiv.

Selbstaktualisierung im Fragebogen erfassen: Personal Orientation Inventory - zB werden hier Dinge wie die Time Ratio Skale (Ist eine Person melancholisch in die Zukunft oder in die Vergangenheit gerichtet) und die Existentiality (Fähigkeit, offen für Neues zu sein) gemessen.

Selbstaktualisierte Personen sollen zB Einstein und Ghandi gewesen sein. Selbstaktualisierte Personen zeichnen sich aus durch: Philosophischen Humor, Probelzentiertheit, Akzeptanz des Selbst und Anderer uvm.

An dieser Stelle eines meiner Lieblingszitate von Albert Einstein: "Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher!"

Rotter
Die Soziale Lerntheorie

Rotter sieht Persönlichkeit als die Summer aller Möglichkeiten einer Person an, in einer sozialen Situation zu reagieren.
Verhalten ist somit, nach Rotter, das Endprodukt von persönlichen Erfahrungen. Er nimmt außerdem an, dass es Zielorientiert ist.
Er entwickelte eine Formel, in der die Wahrscheinlichkeit für ein Verhalten (das sogenannte Verhaltenspotential) bschrieben wird:

Vp (s1, x, Va) = f ( VW (a, s1) * E (x, s1, Va) )

In Worten: Das Verhaltenspotential in einer Situation 1 von einem Verhalten x bei einem Verstärkungswert der erwarteten Verstärkung Va ist eine Funktion aus dem Verstäkrungswert des antizipierten Verstärkers a in der Situation 1, und der Erwartung, dass bei einem Verhalten x in der Situation 1 dieser Verstärker a tatsächlich eintrifft.

Nach Rotter gibt es dabei ein Minimum Goal Level, den Verstärkungswert, bei dem wir ein Verhalten noch zeigen. Wenn dieses zu hoch liegt, kann das zu unzufriendenheit führen, die emotionale Gesundheit beeinträchtigen.

Individuelle Unterschiede ergeben sich für Rotter daraus, dass Menschen verschiedene Erfahrungen haben, und dass sie Unterschiedliche Erwartungen (E) über den Wert und das Eintreten von Verstärkern haben. Zwei Beispiele: Locus of Control of Reinforcement (glaubt man auf Grund seiner Erfahrungen, dass man in einer bestimmten Situation / immer die Kontrolle über das eigene "Schicksal" hat oder nicht?) und Interpersonal Trust (Inwieweit vertraut man einer bestimmten/allen Personen); Diese Erwartungen können also offensichtlich spezifisch oder generalisiert sein.
Messen lässt sich das, indem man Menschen vor eine Verhaltenswahl stellt (Verhaltenswahl-Technik), oder indem man sie fragt (verbale Techniken).

So, genug zu den Interaktionisten, war ja ganz schön viel. Aber es spricht ja auch einiges dafür, dass weder all unser Verhalten durch angeborene Dispositionen bestimmt, noch dass es völlig Situatinsabhängig ist. Ich finde Interaktionismus klingt plausibel.
Kommen wir aber dann jetzt zu denen, die das Ganze ein Bisschen anders sehen... nämlich den strikten Gegenern des Dispositionismus - den Behavioristen. ...

Persönlichkeitstheorien II

Die gute alte Tiefenpsychologie

Vorweg: Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die einiges auf Psychoanalyse halten. ich persönlich kann damit nicht ganz so viel anfangen. Ich hoffe ich halte das hier also so neutral wie möglich.


Freud

Natürlich hat Freud nie eine eigene Persönlichkeitestheorie verfasst. Das hat aber andere nicht davon abgehalten, seine Theorien als solche aufzufassen.
Freud geht davon aus, dass der Mensch ein Energiesystem ist. Die Energie kommt von den beiden angeborenen Trieben Tanathos (Aggression, Zerstörung) und Libido (Sexualtrieb). Die Energie folgt dem Energieerhaltungsgesetz der Thermodynamik (an dieser Stelle liebe Grüße an meinen Physiker-Bruder ;) ).
Es gibt drei Instanzen.
Alte Auffassung: Bewusstes, Vorbewusstes und Unbewusstes
Neue Auffassung: Ich, Über Ich und Es

Zwei für die Persönlichkeitestheorie interessante Konstrukte Freunds sind seine Angst Auffassung und die Abwehrmechanismen.
Ansgt: Sah er zunächst als durch unnachgegebenen sexuellen Trieben induziert. Dann postulierte er die Signaltheorie der Angst, in der Nagst ein gefahrensignal für das ich ist, und entweder durch reale Dinge entsteht, oder durch dieÜberflutung des Ichs mit unnachgebbaren Wünschen aus dem Es.
Abwehrmechanismen sind dazu da, Konflikte zwischen Es und Über-ich zu lösen. Beispiele: Sublimierung, Verdrängung, Identifikation, Reaktionsbildung

Außerdem gibt es die viel Zitierte Psycholsexuelle Entwicklung, die sich in verschiedene Phasen gliedert:
1. Lebensjahr - die Orale Phase: Lustgewinn durch die Mundschleimhäute, Aufbau der Bindung zur Mutter durch Säugen (heißt das bei Menschen auch so?)
2.und 3. Lebensjahr: die Anale Phase: Lustgewinn durch Zurückhalten vs. Ausscheiden von Kot, Reinlichkeitserziehung
4.und 5. Lebensjahr: die Phallische Phase: Der Junge verliebt sich in die Mutter, der Vater wird als Konkurrenz gesehen, der Konflikt wird durch Identifikation mit dem Aggressor gelöst. Hier liegen laut Freud die Unterschiede zwischen Männlich und Weiblich
6. bis 13. Lebensjahr: Latenzphase
Ab 14. Lebensjahr: Genitale Phase: Lustgewinn auf Genitalien konzentiert, Entwicklung von Hetero/Homosexualität, laut Freud sind alle Menschen zunächst Bisexuell
Wenn irgendwas schiefgeht in der Entwicklung, kann sich ein in der Phase fixierter Charakter ergeben:
Oral: Abhängig, immer nehmend, nie gebend, auf orale Freunden versessen (komisch, es kommt mir so vor, als könnte man nichts über die Freudschen Theorien sagen, ohne gleich doppeldeutige Dinge zu schreiben...)
Anal: Reinlich, Sparsam, Ordentlich
Phallisch: Autoritätsprobleme

C.G. Jung:

Jung ist auch in der Literaturinterpretation häufiger zu finden. Hier werden vor allem seine Archetypen (s.u.) zur Deutung herangezogen, ist mir das erste Mal auch tatsächlich in meinem einjährigen Ausflug in die Welt der Anglistik über den Weg gelaufen.

Jung geht davon aus, dass es eine Lebensenergie (Libido) gibt. Er postuliert drei Ebenen der Persönlichkeit:
EGO - Identitätsempfinden, gerade bewusstes
Persönlich Unbewusstes - Vergessenes, Verdrängtes, kann wieder bewusst werden, Sitz der Komplexe
Kollektiv Unbewusstes - vererbte Prädispositionen von unseren Vorfahren, sollen uns zu bestimmten Reaktionen auf immer wieder kehrende Dinge prädispositionieren, diese Dinge nennt Jung Archetypen.
Beispiele: Held, Dämon, Schatten, Persona, Mutter

Jung glaubt, dass sich die Libido nach Innen (Introversion - dieser begriff wurde vn Eysenck wieder aufgegriffen) oder Außen (Extraversion) richten kann.
Kombiniert mit den von ihm postulierten Wahrnehmungstypen (Denken, Fühlen, Intuition und Empfindung. Denken und Empfinden sollen Männlich, Fühlen und Intuiton weiblich sein, Denken und Fühlen sind rational, Empfinden und Intuition irrational) ergeben sich acht Perönlichkeitstypen. (Persönlichkeitstest darauf: Meyers Biggs Type Indiator)

Persönlichkeitstheorien

http://www.matthewbarr.co.uk/simpsons/index.htm ^^ ich bin Lisa Simpson.

Sagt mir das jetzt, wer ich bin? Das ist eine interessante Frage, auf die ich nochmal zurückkommen will, wenn ich etwas mehr über Persönlichkeitsmodelle geschrieben habe.

Die ganz Frühen:

Die Temperamentstypologien

Die Griechen haben Temperamente nach denen in ihnen angeblich vorherrschenden Körpersäften unterteilt. Dabei glaubten sie nach der bekannten Vier Säfte Lehre, dass es Blut, schwarze und gelbe Galle, und Schleim gibt.
Der Sanguiniker, die Persönlichkeit die mit dem Vorherrschen von Blut assoziiert ist, sollte einem Kind gleichen, also hoffnungsvoll, aktiv und fröhlich sein
Der Choleriker, der mit gelber Galle assiziiert wurde, sollte einem Heranwachsendem ähneln, und, wie jeder der in der Pubertät war, weiß, bedeutet dass eine exibitionistische, schnell explosive und schnell erregt hitzige Persönlichkeit
Der Melancholiker, assoziiert mit schwarzer Galle, sollte einem Erwachsenem ähneln, und das sollte bedeuten, dass er eine misstrauische, depressive und ängstliche Persönichkeit hat (Ich Persönlich halte das für eine Definition von Erwachsen, die nur von einem Melancholiker stammen kann ;) )
Und der Phlegmatiker, der mit dem Schleim assoziiert wurde, sollte dem hohen Alter gleichen, was mit hohen Prinzipien, Ruhe un Ausgeglichenheit einhergehen sollte.

Eysenck, auf den ich später nochmal zurückkommen werde, hat diese vier Temperamente in seine anfänglich postulierten Persönlichketisdimensionen Neurotizismus (Emptionale stabilität vs. labilität) und Extraversion (vs. Inroversion) eingeordnet.


Die Konstitutionstypologien
(oder: Warum Brad Pitt eine schwer bewegliche Affektivität haben muss)

Diese Persönlichkeitstheorien postulieren, dass man vom Äußeren eines Menschen (also seiner Konstitution) auf die Persönlichkeit schließen kann.
Aristoteles hat schon geglaubt, dass man in den Gesichtern von Menschen ihre Persönlichkeit erkennen kann, und bediente sich dem heute als "Herrchen und Hund" bekannten Trick, die Ähnlichkeit mit Tiergesichtern in einem Menschen zu finden. Der Mensch sollte dann die eigenschaften dieses Tieres haben...

ein Bisschen wissenschaftlicher sind Kretschmer und co. da schon rangegangen...

Kretschmer: Hat postuliert, dass es drei Typen von Menschen gibt - den Pykniker, Körperform etwas wie Homer Simpson, den Athletiker, also Prad Pitt in Troja (die Frauen wissen was ich meine), und den Leptosom, also Mr Burns.
Den verschiedenen Körperformen ordnete er dann verschiedene Temperamente zu:
Leptosom: Zerebrotones Temperament, sozial gehemmt und unsicher
Pykniker: Viszerotones Temperament, gesellig, gutmütig
Athletiker: Somatotones Temperament, schwer bewegliche Affektivität, Traditionalität

Kretschmer hat außerdem postuliert, dass sich psychopathologische Menschen von unauffälligen nur quantitativ unterscheiden, dass es also ein Kontinuum zwischen pathologisch und gesund gibt (wurde von Eysenck nochmal aufgegriffen...)

Sheldon: Hat auch drei Type postuliert, die in den Eigenschaften und Körperformen denen von Kretschmer zum verwechseln ähnlich sind. Er ging davon aus, dass das vorherrschein eines Keimblatts bei der Ontogenese für die unterschiedlichen typen verantwortlich wäre:
Ektomorph, Schizothymes Temperament, Veranlagung zur Schizophrenie, siehe Leptosom
Endomorph, Cyklothymes Temperamet, Veranlagung zu Manisch Depressiver Erkrankung, siehe Pykniker
Mesomorph, viköses Temperament, Veranlagung zur Epilepsie siehe Athletiker
Der gute Sheldon hat außerdem einen "Atlas of Men" konzipiert, in dem er Studenten fotografiert und vermessen hat. Leider hat er keinen Atlas für Frauen realisiert (vielleicht wollten die sich nicht von ihm fotografieren lassen?!)

Leider ist die Krankheits- sowie die Körperform-Dispostion eher mit dem Alter konfundiert, Sheldon hat also die Störvariable Alter nicht berücksichtigt (was uns nochmal davor warnt, Korrelation und Kausalität gleichzusetzen...)


Ich persönlich finde diese Persönlichkeitstheorien eher lustig... so richtig erstnehmen kann ich sie nicht. Ich denke, dass die Persönlichkeit, aber auch einige andere Faktoren unser Äußeres formen... und dass man nicht unbedingt vom Aussehen eines Menschen auf sein Inneres schließen kann... auch wenn es viele Vorurteile gibt, die genau auf dieser Annahme beruhen.

Persönlichkeit

Die Liebe Persönlichkeit...

Es gibt in der Psychologie eine Fülle von Definitionen und Modellen zur Beschreibung der Persönlichkeit. Das mag einem zuächst komisch erscheinen. eder weiß doch, was er meint, wenn er "Persönlichkeit" sagt, oder?
Tja, aber was genau ist denn Persönlichkeit? Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir nur schwammige Beschreibungen ein, die die Kriterien einer klaren wissenschaftlichen Definition nicht wirklich erfüllen.

Allerdings habe ich die letzten Monate damit verbracht, mehr über die Gedanken anderer über das Thema Persönlichkeit zu lernen.
Ein paar der Definitionen, die mir am Einlechtensten erscheinen:
Persönlichkeit ist das, was das Verhalten einer Person in einer bestimmten Situation vorhersagt. (nach Cattell)
Persönlichkeit ist die zeitlich stabile Organisation von Intellekt, Temperament, Verhalten und Physis eines Menschen (nach Eysenck)
Persönlichkeit ist die Organisation regnanter (vorherrschender) Prozesse im Gehirn (nach Murray)
Persönlichkeit ist die Summe der Möglichkeiten einer Person, in einer bestimmten Situation zu reagieren (Nach Rotter)

Am besten gefällt mir ehrlichgesagt Rotters Definition, zusammen mit der von Eysenck ergibt sich für mich eine ganz gute Beschreibung dessen was ich meine, wenn ich das Wort Persönlichkeit benutze.

Es gibt allerdings nicht nur ein paar in der Luft stehende Definitionen von Persönlichkeit, sondern viele Theorien, die versuchen zu beschreiben was Persönlichkeit ist, und außerdem Aspekte dieses Konstrukts zu erfassen. Viele dieser Theorien gehen Hand in Hand mit Möglichkeiten, Persönlichkeit quantifizierbar, also messbar zu machen.

Natürlich macht das "Messen" von Persönlichkeit nur Sinn, wenn man den Nomethetischen Ansatz der Differentiellen Psychologie wählt. Danach kann man Beschreibungssysteme mit allgemeingültigen Gesetzen finden, die trotzdem der Einmaligkeit jedes Menschen Tribut zollen. (im Gegestatz zur idiographischen Auffassung, nach der jeder Mensch so einzigartig ist, dass nur mit detailllierten Biorafien etc. Beschreibungen möglich sind).

Im Falle der Persönlichkeit ist also nomethetisch zum Beispiel ein Modell, in dem es verschiedene Dimensionen der Persönlichkeit git, die wiederum Abstufungen haben. Damit hat jeder Mensch einen eigenen Platz durch verschiedene Ausprägungen in den verschiedenen Diensionen, und trotzdem hat man Persönlichkeit damit quantifizierbar gemacht.


Ein etwas weniger seriöser Persönlichkeitstest: http://www.matthewbarr.co.uk/simpsons/index.htm :D